Das *Life Changer –Bistro*

 

Ich sass da, still und nichts sagend, auf einem braunen Ledersessel in meinem Lieblingsbistro, in der Ecke mit den offenen Fenstern und Blick auf das Plaza. Ich nippte aus Nervosität ständig an meiner halbvollen Kaffeetasse, und meinte eigentlich, es würde mich beruhigen, doch genau das Gegenteil war der Fall. Ich wusste, dass man es mir ansah. Vielleicht war das der Grund wieso die vorbeigehenden Leute mich so komisch ansahen. Doch eigentlich war mir das völlig egal, denn nur eine Frage beschäftigte mich: Wird sie kommen?
Doch ich möchte anfangen die Geschichte von Anfang an zu erzählen:
Alles begann vor etwa sechs Monaten, als ich genau an derselben Stelle sass. Plötzlich bewegte sich eine junge Kellnerin auf mich zu, ich dachte sie wolle die Bestellung aufnehmen, doch wie sich später herausstellen sollte, war sie ganz einfach nur an meiner Person interessiert. Wir begannen ein langes und tiefgründiges Gespräch, welches nie zu Ende gehen schien. Schlussendlich fanden wir uns auf ihrem Sofa, einem hässlichen IKEA-Sofa, keine Ahnung wie ich dort hingelangt bin. Vielleicht lag es auch ganz einfach an den Bierchen, die ich zuvor runtergeschüttet hatte, welche mein Gedächtnis deutlich einschränkten. Die Zeit verging wie im Fluge, und ich merkte nicht, dass die Nacht langsam hineinbrach. Ich musste mich verabschieden, auch wenn es schwer viel, denn ich hatte die Kellnerin schon sehr lieb gewonnen.
Der Abend endete mit einem zärtlichen und innigen Kuss, welcher nie zu Ende gehen sollte.
Ich wusste, dass es falsch war, denn immerhin war da noch meine Verlobte, Kathy, die ich über alles liebte. Aber ich hatte mich verknallt, in die Kellnerin, deren Namen ich nicht einmal kannte. Ich lag ein paar Tage nach dem ersten Treffen auf dem Bett, ich wusste nicht weiter. „Was soll ich nur machen, ich kann Kathy nicht enttäuschen…!“, dachte ich mir, doch dann erinnerte ich mich an den Artikel im Spiegel: Die menschlichen Bedürfnisse müssen befriedigt werden, so ist es manchmal in einer Beziehung das Alltägliche zu verlassen. Es kann der Beziehung in keinerlei Hinsicht Schaden, im Gegenteil, es weht ein frischer Wind.
Ob das der Wahrheit entsprach, war in diesem Moment egal, ich vertraute völlig auf diesen Artikel. Ich suchte hastig nach der Telefonnummer, die mir die Kellnerin in die Hose gesteckt hatte, und kurze Zeit später hatte ich sie in der Hand, holte mein Handy hervor, und tat das, was ein Mann tun muss: Seine Bedürfnisse befriedigen.
Ich vereinbarte das nächste Treffen, und freute mich wie ein kleines Kind darauf, dass zum ersten Mal in die Schule darf, jedoch kann man den Teil mit dem Schulranzen weglassen.
„Wie soll ich es machen, dass Kathy nichts von meinem Geheimnis mitbekommt? Das wird schwierig, sie hält überall ihre Nase rein, in Sachen, die sie nichts angehen.“, und so kam ich zum Schluss, ein Hotel in der 25th Avenue zu buchen. Ich konnte sicher sein Kathy dort nicht anzutreffen, der Gucci Store war 10 Blocks entfernt.
Nach dem ersten Treffen hatte ich auch endlich ihren Namen erfahren: Jenna, eigentlich ein Name für eine billige Strassennutte, was sie jedoch eindeutig nicht war, auch wenn ihre Schminke teilweise ein bisschen billig wirkte.
In unsere Treffen kehrte langsam Routine ein. Ich rufe an, sie nimmt ab, ich schaue in die Agenda, sage den Termin, sie sagt ja, wir treffen uns, rein und raus, und ein Kuss zum Schluss. Es wurde immer langweilig, und ich spielte schon mit dem Gedanken, das ganze aufzugeben, bis Jenna mit der Idee rausrückte: „Wie wäre es wenn wir uns mal anderswo treffen? Im Park zum Beispiel, oder auch bei dir im Bett. Das erhöht die Spannung“ Ich stimmte zu, auch wenn ich wusste, dass das ganze kein gutes Ende nehmen würde, und ich sollte Recht behalten.
An einem wunderschönen Sonnentag habe ich mich mit Jenna im Park getroffen. Die Sonne schien, und mein Körper erhitzte sich je mehr, desto länger ich in ihrer Begleitung war. Und es kam wie kommen musste, ich konnte meine Hände in der Öffentlichkeit nicht von Ihr lassen. Plötzlich hör ich ein Geschrei! „Du verdammtes Arschloch, wie kannst du mir das nur antun, nach all den Jahren, in denen wir uns kennen. Aber ich habe es schon immer gewusst, dass ich dir nicht reiche. Hätte ich doch nur zugestimmt, als du mit mir in den perversen Club wolltest. Du elende Schlampe, wie kannst du nur andere Wälder durchforsten, ohne zu wissen wie es im eigenen aussieht. Ach, nur so nebenbei, der Orgasmus war IMMER vorgetäuscht!“ Das erwartete war eingetreten, sie hatte mich entdeckt.
Auch meine Versuche mit ihr Kontakt aufzunehmen, um darüber zu sprechen misslangen, was eigentlich logisch ist. Doch das Schlimmste passierte mir erst danach. Ich wog mich in Sicherheit bei Jenna, doch auch sie hat mich verlassen, mit der Begründung: „Du bist nicht das was ich suche!“, und schon landeten meine Kleider erneut vor der Haustüre.
Und nun sitze ich hier, bin voller Erwartungen, und warte, warte auf die Frau, die ich enttäuscht habe, und von welcher ich mir jetzt eine zweite Chance erwarte. Ich hatte sie hierhin eingeladen, um über alles zu sprechen, um alles zu klären. Doch bis jetzt ist sie immer noch nicht gekommen, und sie würde auch nicht mehr kommen, das wusste ich.

Auch nach einer Stunde kam sie immer noch nicht, und ich entschloss mich auf den Weg zu machen, ich hatte meine Chance verspielt. Ich selber würde auch nicht mehr mit mir reden. Wie konnte ich das nur jemandem antun, der Frau die ich liebe, und immer lieben werde. Doch irgendetwas muss in der Beziehung nicht gestimmt haben, wenn ich mich anderweitig umsehen musste, wenn in mir dieses Bedürfnis aufgekommen ist. Doch das war vorbei, ein neuer Lebensabschnitt, ein besserer, sollte für mich beginnen.

Bis dass der Tod euch scheidet

 

Auf diesem Bild sehe ich zwei Leute, die dasitzen, so wie sie sind, von Falten geprägt, die auf viel Lebenserfahrung , auf gute und schlechte Erlebnisse hinweisen und sie zu dem gemacht haben, was sie heute sind.

 

Die alten, vermoderten Stühle, in einer Geraden angereiht, Tag für Tag stehen sie da und werden gebraucht. Die Leute sitzen darauf, küssen sich, essen ihr Mittagssandwich, trinken, schlafen, lesen oder verweilen einfach darauf um zu sehen, wie die Zeit vorbeigeht.

 

Heute sitzen jedoch eine Frau und ein Mann, von welchen ich annehme, dass sie ein Ehepaar sind. Leicht gebeugt sitzt die Frau da, mit schneeweissem Haar und einem leicht kraftlosen Körper. Neben ihr sitzt der Mann, ihr Mann, wie ich annehme, ebenfalls in gebückter Haltung, denn er ist gerade dabei, ihr die Schnürsenkel zu binden. Das im Bild eher links platzierte Paar ist in Sonntagskleidung gehüllt, die Frau mit Handtasche, Strümpfen und einem geblümten oder gepunkteten Kleid, der Mann mit Hut, Anzug und Lackschuhen.

 

Die zwei sind klar im Vordergrund des Bildes, nichts anderes, wie beispielsweise andere Personen stören den Blick auf das Paar. Beim Betrachten scheint der Rest für mich wie in den Hintergrund gerückt. So zieht das Paar die ganze Aufmerksamkeit auf sich.

 

Der Hintergrund ist leicht verschwommen. Schwer sind dort weitere, jedoch gebrauchte Stühle zu erkennen, die da stehen, ohne weitere Verpflichtungen.

 

Doch was ich auch wichtig finde: Neben dem Paar steht ein Baum, ein junger Sprössling, darauf angewiesen, von einem Holzgerüst gehalten zu werden, damit er nicht umfällt.

 

Wenn ich das Bild anschaue, wird mir richtig warm ums Herz. Zwei, die sich vor langer Zeit gefunden haben und die Höhen und Tiefen des Lebens gemeinsam durchgestanden haben. So etwas erfüllt mich einfach mit Freude. Wenn ich jetzt annehme, dass sie verheiratet sind, haben sie sich in der Kirche ewige Treue, Hilfe und Zuneigung geschworen, wenn es dem Anderem schlecht geht. Genau das sehe ich in diesem Bild.

 

Sie, anscheinend vom Alter geschwächt und von ihrem Leben geprägt, dass sie sich nicht mehr bücken kann. Doch er, der ihr die Treue geschworen hat, bückt sich und hilft ihr in ihrer Notlage, auch wenn es um seine Gesundheit vielleicht auch nicht besonders gut steht. doch er macht sich die Mühe, ihr zu helfen, sie zu unterstützen.

 

Was ich ebenfalls wichtig finde, ist dieser junge Baum in der Nähe des Ehepaares. Jung und schwach, keinerlei Lebenserfahrung, noch das ganze Leben vor sich, nur gehalten von einem stabilen Holzgerüst. Er steht in purem Gegensatz zum Ehepaar. Sie haben schon vieles erlebt und mitgemacht, glückliche und traurige Momente erlebt, und so schon viel Lebenserfahrung gesammelt. Doch der Baum zeigt auch, dass ebenfalls wir Menschen eine Stütze brauchen, auf die wir uns verlassen können, die immer zu uns stehen, in guten wie in schlechten Zeiten. Und ich glaube, nein ich kann sagen, dass ich es weiss, dass diese zwei Leute das füreinander sind. Würde ein Partner fehlen, würde der andere höchstwahrscheinlich in ein tiefes Loch stürzen, denn sie haben all die Jahre zusammen gelebt, und es immer schwer, sich von einer geliebten Person zu trennen. Für die Hinterbliebenen wäre es sicher schwer wieder auf die Beine zu kommen, denn viele ältere Leute geben sich nach dem Tod ihres Partners auf, finden keinen Grund warum das Leben noch lebenswert ist.

 

Als sie sich gefunden haben, wussten sie nicht, wie ihre Zukunft aussehen wird. Vielleicht wussten sie es schon, dass sie gemeinsam alt werden und ihre letzten Tage gemeinsam erleben werden. Und so sollte es auch kommen, sitzen nach Jahren da auf den Stühlen und sind füreinander da.

 

Es wird sicherlich einmal der Tag kommen, an dem alles vorbei sein wird, doch man weiss nie, wann dieser kommen wird. Man sollte das Leben immer geniessen, denn plötzlich kann man aus dem Leben gerissen werden.

 

Und das schwört man sich in der Kirche: reue, bis dass der Tod euch scheidet. Und das, denke ich, wird auf diesem Bild sehr gut gezeigt, denn die zwei gehören zusammen, auf ewig!

Rockin' All Over The World

Eines Tages, da sitzt eine alte Dame am Fenster und ist sehr traurig. Ihre Haut wird langsam schrumpelig und ihr Haarwuchs wird auch immer lichter! Plötzlich macht es aus dem Nichts „PUFF“ und eine kleine Fee schwebt vor ihr herum. Sie spricht mit einer feinen und lieblichen Stimme: „Oh Leid, oh Leid, nun wirst du befreit! Und hübsch und jung wirst du auch schon, eine Schwangerschaft sei dein Lohn!“, die Haut strafft sich, und plötzlich spürt sie, wie sich etwas in ihr verändert. Sie wird immer fetter und fetter, und spürt, wie etwas in ihrem Inneren anfängt zu krabbeln. „Ich habe doch heute noch gar keine Heuschrecken gegessen.“, denkt sie, bis ihr klar wird, dass sie ein Leben in sich trägt.
Die alte Dame, die nun zum heissen Feger verjungt ist, ist in Wirklichkeit Königin Kader und hat sich mit den Jahren angewöhnt durch die Nase zu atmen beim Reden. Sie wohnt in einem riesigen Schloss, mit einem alten König, mit einem riesigen… Portemonnaie.
Tagtäglich sitzt sie an diesem kleinen Fenster in der 15. Etage und blickt auf das Bekleidungsgeschäft gegenüber. Das rosa Kleid mit der Schleife, ihr Traum, hängt da schon seit Jahrhunderten. Doch ihr Mann, ist einfach ein Mann, und merkt nicht, was sie begehrt! Sogar den Heiratsantrag von vor 10 Jahren musste sie selber machen. „Jedes Wochenende eine Andere, und während der Woche liegt er nur faul da, und ich darf mich dann um Alles kümmern! Bin ich seine Frau oder was?“ Ihre Stimme wird immer leiser, denn sie merkt, wie sie diese Frage beantworten muss. Sie packt sich den Staubsauger und saugt das ganze Schloss. Dabei findet sie einen Glasschuh. Laut ruft sie aus: „Verdammt, du bist im falschen Märchen!“
Eines Tages, Queen Kader denkt schon, das würde nie passieren, kommt ihr Mann, der übrigens Ueli heisst, nach Hause. Ein Kleid im Schlepptau. Hüpfend und total hysterisch geht Kader auf ihn zu und spricht immer wieder: „Ist das für mich? Ist das für mich? Ist das für mich?“ Er streckt ihr die Tasche hin, sie macht sie auf und entdeckt ein rosa Kleid. Glücklich geht sie in eines ihrer fünf Ankleidezimmer und probiert es an. Ein Schrei, eine Tür wird aufgerissen und danach ruckartig zugeschmissen. Ein lautes Knallen erfüllt den Raum. Ihr Gesicht läuft rot an. Langsam öffnet sie den Mund und folgende Wörter kommen heraus: „Spinnst du oder was? Seit wann trage ich Grösse 48? Nur weil ich schwanger bin, heisst das nicht, dass du mir mein Kleid doppelt so gross kaufen musst! Und noch dazu dasselbe Kleid wie Kati von nebenan! Denkst du eigentlich ich will aussehen wie das Flittchen? Ich lasse mich scheiden!“
Stillschweigend nimmt Ueli die Entscheidung hin und denkt sich nur: „Diese blöde Blonde. Mehr Brüste als Hirn“, und macht sich auf, seine Koffer zu packen.
Kader packt das Kleid und macht sich auf, das Kleid umzutauschen, und landet schlussendlich vor H&M. „Und dann kann mir der Geizkragen nicht einmal ein richtiges Kleid schenken“, sagt sie laut zu sich.
Glücklich tritt sie aus der Filiale. Sie hat sich des Kleides entledigt, und auch sonst fühlt sie sich irgendwie freier, als hätte sie Ballast abgeworfen. „Ueli!“ Wie sie jedoch später feststellen wird, liegt sie da ganz falsch.
Wieder im trauten Heim, greift sie sich an den Bauch, und merkt, dass sie abgenommen. Mit einem Blondinengekreische schreckt sie auf: „Mein Kind, mein Kind, es ging verloren. Es wollte nicht ohne Männlein aufwachsen.“ Sie macht sich auf die Suche, hier und da, weit weg und nahe, eine Leere breitet sich aus. Trauer, Schmerz über den Verlust. „Wie soll ich das nur verkraften! Mein Rouge ist verschmiert.“, merkt sie beim Vorbeigehen an der Boutique!

Doch das Kind befindet sich in guter Obhut! In der H&M Geschäftsleitungszentrale liegt es still auf dem Bürotisch und schaut sich den Kronleuchter an. Ein kleines bisschen Wachs tropft auf das Plätzchen, neben dem Kind. Eine aufmerksame Verkäuferin hat es zwischen 2 Regalen gefunden! Irgendwie, auf unerklärliche Weise, von der alten Queen abgestossen „Wir gebrauchen es als Kundenmagnet, die Idee. Sein Name soll fortan Rockpunzel Schleifhausen lauten! Macht es hübsch und stellt es aus, bringt die hässlichen Puppen raus.“, so eine Verkäuferin. Das gefundene Mädchen versteht nicht, was passiert. Es wird von zahlreichen Stylisten in wunderschöne Billiggewänder gezwängt.

Die Jahre vergehen und Rockpunzel wird immer hübscher. Es ist schon soweit, dass die Leute nur noch kommen um ihre einzigartige Schönheit zu bewundern, stundenlang vor ihr stehen und einfach NICHTS kaufen. „Schluss, wir sperren sie weg. In einen hohen Turm soll sie kommen, ohne Tür und Schloss, nur ein kleines Fensterchen soll er haben.“, spricht die böse Geschäftsführerin. Am wunderschönen blonden Haar, wird sie vom Thron gezogen und in den Turm gebracht, weit aussen in einem verhexten Wald. Der Turm ist umgeben von blühenden roten Rosen, welche eine Flucht wirklich unmöglich machen! „Für immer sollst du hier sein, alt und verbittert sollst du werden. Und auch hässlich, sodass dich nie ein Mann lieben wird.“. Mit diesen Worten verabschiedet sich die Geschäftsführerin, und ruft nur ein stilles „Bis Bald“ hinterher!
Jahr um Jahr vergeht, und Rockpunzel ist immer alleine im Turm, nur die Whiskeyflasche ist ihr treuer Begleiter. Immer mehr, immer öfter braut sie in ihrer kleinen Brauerei, welche sie aus Rosen und Metalldöschen, die sie gefunden hatte,  gebastelt hat.
Gelegentlich schaut auch die alte Geschäftsführerin vorbei. Um hinaufzusteigen ruft sie laut hoch: „Rockpunzel, Rockpunzel, lass dein Haar herunter.“, und ein einziges langes Haar fällt herunter, die Frau packt es, und zieht sich daran hoch! Rockpunzel mit einem einzigen, mickrigen Haar.

Sie konnte sie alle abrasieren, weil ihre Haare so stark wurden, nachdem sie ihr von Spliss geschwächten Haar mit der „Pantene Pro-V Repair & Cair“-Serie gepflegt hatte (eine Schweizer Erfindung). So konnte sie sich alle  anderen Haare abrasieren konnte, und liess nur ein einzelnes Haar stehen. Den alten Zopf hat sie dann schlussendlich für teures Geld an einen Perückenverkäufer verkauft. So die kurze Geschichte, wieso sie nur noch ein Haar hat.

So ist sie zu ihrem Reichtum gelangt, und lebt nun in vollstem Wohlstand. Nur eines fehlt zu ihrem perfekten Glück: der richtige Mann an ihrer Seite. „Das wird sich ändern!“ Sie nimmt ihr Handy, wählt die Nummer der örtlichen Partnervermittlung und gibt eine Anzeige auf:

Ich, bald alt und verrostet, schöne Kahle, suche alten Reichen für schöne gemeinsame Liebeleien auf engstem Raum. Sei mein Herzritter und ich bin dein Rockpunzel! Chiffre-N°666, Treff beim Turm

„Ich werde es der bösen Geschäftsführerin beweisen.“
Tage des bangen Wartens vergehen. Rockpunzel weiss nicht, ob sie jemals einen Mann finden wird!
Doch nach langen Stunden hört sie eine leise Männerstimme. Sie geht ans Fenster und sieht ein Männlein, das ruft: „Rockpunzel, Rockpunzel, ich will dich, erfreue mich. Spring herunter, in meine Arme, dein Leben wird fortan viel bunter! Und da ich nicht gut reimen kann, komm runter, and we have a lot of fun!“
„Oh du mein fröhlicher, ich bin dein Weihnachtsbaum und du meine Christbaumkugel, du mein Kochtopf, und ich dein Deckel, du mein Schreibfehler und ich dein Radiergummi. Ich spüre, wir gehören zusammen, und werden die Zügel spannen. Und da ich im Dichten auch nicht begabt bin, hüpfe ich hübsches Ding, in deine Arme rein!“
Sie öffnet ihre Arme und stürzt sich im freien Fall hinunter, direkt in seine Arme. Gemeinsam steigen sie zu Ross und reiten in die Abendsonne, hinweg in die Ferne!
Und wenn sie schon geliftet sind, dann überleben sie noch heute!